Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 30 (1937)
- Article
- Ein jüdischer Buchmaler des 15. Jahrhunderts
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 91 (sequence 8)
- Language
- German
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Daß der Schreiber in seinen Schlußworten auch Entstehungsdatum und Entstehungsort vermerkt, daß er des Bestellers in ehrender Weise gedenkt, zeigt, wie sehr er sich mit dem Werk identifiziert. Der Illuminierer faßt sich demgegenüber ganz kurz und beschränkt sich in seiner Mitteilung auf das Notwendigste. Die Dedikation, der in dem Schreiberkolophon gewöhnlich die Schlußworte gewidmet sind, spielte in den hebräischen Handschriften des islamischen Kulturkreises eine viel größere Rolle. In einem Pentateuch aus Ägypten von 930 zum Beispiel u) stehen die Namen des Auftraggebers in großen Lettern, die an Steinschrift erinnern, auf Goldgrund ausgespart, auf einem besonderen Blatt. Aus der Dedikation der Kennicottbibel, die den Abschluß des Schreiberkolophons bildet, erfahren wir, daß die Abschrift für den „bachur“ Isaak angefertigt wurde, dessen Vater aus Braga in Portugal stammte. La Coruna, der Ort der Entstehung des Kodex, liegt in der benachbarten spanischen Nordprovinz Galicien, die etwas abseits liegt von den großen Zentren der mittelalterlichen jüdischen Siedlung in Spanien. Es ist hier nicht beabsichtigt, den Bilderschmuck der Kennicottbibel zu würdigen.12) Ihre n) Pentateuch, Ms. II. 17. öffentliche Bibliothek, Leningrad. 12) Der Bilderschmuck der Bibel Kennicott I wurde von mir im Aufsatz: Une bible enluminee par Joseph ibn Hayyim, Revue des Etudes Juives, 1921, behandelt. 91