Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 30 (1937)
- Article
- Ein jüdischer Buchmaler des 15. Jahrhunderts
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 90 (sequence 7)
- Language
- German
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lieben Don Salomo de Braga, seine Seele ruhe im Paradies!“ Die Bibel umfaßt die Seiten 9 verso bis 438 recto. Die Seiten 1 verso bis 8 verso, sowie 438 verso bis 444 recto, d. h. Anfang und Ende der Handschrift, enthalten den grammatischen Traktat Sefer Miklol des David Quimchi, der die Bibel gleichsam umrahmt. Auf fol. 447 recto, hinter dem Traktat, durch leere Blätter von ihm getrennt, steht auf einem besonderen Blatt die Nachschrift des Illuminierers Josef ibnHayyim. Sie lautet: „I c h , Josef ibn Hayyim, habe dieses Buch geschmückt und vollendet (Ani, Josef ibn Hayyim, se hassefer ziarti wehischlamti).“ (Abb.) Wir wissen von den nichtjüdischen Handschriften her, wie selten selbständige Künstlernachschriften sind. In hebräischen Handschriften sind uns meistens Namen von Schreibern überliefert, die den Bilderschmuck selbst ausgeführt haben. Die Kennicottbibel weist demgegenüber zwei voneinander vollkommen unabhängige, getrennte Nachschriften auf. Moses ben Jakob ibn Z a b a r a , der Schreiber, erweist sich als außerordentlich gelehrter und vielseitiger Mann, der seine Bibelabschrift selber vokalisiert, sie mit massoretischen Noten selbst ausgestattet, den Text mit den Musterkodizes kollationiert, die Lagen zusammengefügt, — kurz eine Leistung vollbracht hat, die gewöhnlich mehrere Mitarbeiter erforderte. 90