Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 30 (1937)
- Article
- Ein jüdischer Buchmaler des 15. Jahrhunderts
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 89 (sequence 6)
- Language
- German
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Ein Schreiber umkleidet seinen Namen mit frommen Sprüchen, die er in Form einer Schriftbordüre um eine farbig gemusterte Rundscheibe legt,8) ein anderer greift zum Akrostichon, um darin seinen Namen zu verbergen,9) jenem französischen Kalligraphen, Oudin de Carvanay, nicht unähnlich, der in einer Handschrift des 14. Jahrhunderts seinen Namen akrostichisch in ein selbst verfaßtes Lobpreisgedicht einarbeitete, das er der Hl. Jungfrau widmete.10) Eine einzigartige Stellung beanspruchen unter den erhalten gebliebenen Schreiber- und Malernachschriften die Kolophone von Moses ibn Z a b a r a und Josef ibn Hayyim. Beide sind uns in einer Bibelhandschrift der Bodleiana in Oxford (Kennicott 1) erhalten. Schon, daß der Bibelkodex uns zwei Namen überliefert hat, sichert ihm unser Interesse. Die Schreibernachschrift befindet sich auf der letzten Seite der Bibel, fol. 438 recto, und lautet: „Ich, Moses, Sohn des Jakob ibn Zabara, habe diese 24 Bücher geschrieben, punktiert, mit der Massora versehen, korrigiert, in einen Band gefügt und vollendet am Mittwoch, den 4. des Monats Ab, im Jahre 5236 (1476 n. Chr.) in der Stadt La Coruna für den liebenswerten, jungen Isaak, Sohn des ehrenwerten, viel- 8) Ms. II. 168, öffentliche Bibliothek, Leningrad. Geschrieben in Algerien, 1225. ö) Cod. hebr. 33. Bibliothfcque Nationale, Paris. 10) Vgl. John W. Bradley, A Dictionary of miniaturists, illuminators u. s. w. London, 1887/89, S. 196. 89