Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 30 (1937)
- Article
- Ein jüdischer Buchmaler des 15. Jahrhunderts
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 88 (sequence 5)
- Language
- German
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Beachtenswert ist die innige, religiös gefärbte Beziehung des Malers zum Darstellungsstoff, als dessen Mittler er sich betrachtet. Wir begegnen in zahlreichen Kolophonen dem Ausdruck „heilige Arbeit“, auch geht Elischas Bestreben dahin, den symbolischen Leuchter der Zachariasvision wahrheitsgetreu und einprägsam darzustellen, jede ausschmückende Absicht ist ihm fremd. Und doch vermag es der Künstler nicht, seine Person bis zur völligen Auslöschung zu verleugnen. Auf das erste Blatt der Bibel setzt Elischa in großer Goldschrift die selbstbewußten Worte: „Das Werk meiner Hände, auf daß ich berühmt werde.“ Zahlreiche Kalligraphen geheimnissen ihre Namen in den Text des Manuskripts hinein, wodurch sie in Konflikt geraten mit den rabbinischen Autorin täten, denn es dürfen „keine Wörter zur Andeutung der Namen der Schreiber eingefügt, weggelassen oder versetzt werden. Diese (Namen) sollen auf einem besonderen, dem Einband angehefteten Blatt vermerkt werden“.* * 6) In einer Bibel der Derossiana in Parma entdeckt man unter den massoretischen Noten den Vermerk: „Meir, der Punktator, er lebe, werde groß, sela.“ 7) S. 151. Ich danke hier David S. Sassoon, London, für die freundlichen Mitteilungen über die Handschrift, 6) Sefer Chassidim, Abschnitt 136 und 281. 7) God. de Rossi, 265. Erste Hälfte des 14. Jahrhunderts, aschkenasisch. Vgl. G. Bernheimer, Paleografia Ebraica, <S. 280. 88