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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1937-01-01 · 30 (1937) · p. Seite 86

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
30 (1937)
Article
Ein jüdischer Buchmaler des 15. Jahrhunderts
Date
1937-01-01
Page
Seite 86 (sequence 3)
Language
German
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Simon ha-Levi aus Köln, der 1296 die berühmte Mischne-Tora-Handschrift kopierte (einst im Besitz David Kaufmanns, jetzt in der Budapester Akademie der Wissenschaften), vermerkt in seiner Nachschrift am Schluß des Werkes: „Gelobt sei der ewige Gott, der Gott Israels, der mir seine Gnade und Erfüllung meines Gebetes nicht entzogen hat und mich gewürdigt hat, zu schreiben, zu vollenden und mitMalereienzu versehen das Buch des ibn Maimon für meinen Schwager.“1) Die außerordentlich interessanten Malereien in reinster Hochgotik kennzeichnen Nathan ha-Levi als einen überaus erfindungsreichen und künstlerisch geschulten Maler. Der aus Soria stammende Schreiber J o s c h u a ben Abraham ibn Gaon bezeugt in dem Kolophon seiner 1306 kopierten Bibel, daß er den Zierat gemalt habe.2) Der Buchschmuck dieser *) Derselbe Schreiber verzeichnet am Schluß der 14 Bücher des vierbändigen Werkes: „Ich, Nathan ben Simon ha-Levi, habe dieses Buch geschrieben für den edlen R. Abraham ben Berachja, meinen Schwager. Ich habe begonnen im Jahre 55 des 6. Jahrtausends, am 9. Jjar, und zu aller Heil abgeschlossen am 8. Elul des Jahres 56“. Zitiert bei E. Moses, Über eine Kölner Handschrift der Mischne Tora des Madmonides, Zeitschrift für bildende Kunst, 1926/27. 2) Bodleiana, Cod. hebr. 2323, Kennicott 2. Das Kolophon lautet: „Das habe ich, der geringe und junge Joschua, Sohn des Abraham ibn Gaon aus Soria geschrieben und gemalt, wie ich es gelernt habe bei dem gelehrten R. Jizchak, Sohn des Gerschon, für den verehrten und liebenswerten Moses ibn Chabib. Ich habe es seinem Wunsche gemäß getan und aus Liebe für ihn. Und, damit das Zeugnis meiner Verehrung in seinem Herzen ewig erhalten bleibe, habe ich das Buch für ihn und seine Kinder ausgeschmückt.“ 86

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