Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 30 (1937)
- Article
- Spinoza, ein Jude im Europa des 17. Jahrhunderts
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 50 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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wäre gewiß, daß er sein Ziel erreichte. Erwiese er damit doch nicht nur den Juden einen guten Dienst, wenn er ein für die Welt gottgefälliges Werk verrichtete. Während der Maler über sein letztes Zusammensein mit dem Juden nachdenkt, kommt ihm auch jener Schüler Manasses in den Sinn, von dessen junger Begabung ihm dieser oft gesprochen hatte. Doch in der Synagoge waltet gerade Saul Levi Morteira, auch Aleman, „der Deutsche“, genannt, der als strenger Talmudist der Weltoffenheit Manasses gram ist, seines Amtes. Mit ihm der verdiente Isaak Aboab da Fonseca, der jüdische Kolonisten nach Brasilien geführt hatte, wo ihnen der Statthalter Johann Moritz von Nassau Schutz gewährte, die Jesuiten aber Portugiesen und Indianer gegen die jüdischen und calvinischen Bürger Hollands auf hetzten. „Stätte des Friedens“ heißt das Bethaus nach der größten Gemeinde. Es ist am 27. Juli 1656 kein Haus des Segens. Während schwarze Kerzen langsam herunterbrennen, ver* nimmt die dichtgedrängte Gemeinde die Verkündung eines großen Fluches: „Nach dem Urteil der Engel und Heiligen bannen, verwünschen, verfluchen und verwerfen wir Baruch d’Espinosa, mit Zustimmung des heiligen Gottes und mit Zustimmung dieser ganzen heiligen Gemeinde, in Gegenwart der heiligen Bücher und der in jenen enthaltenen sechshundertdreizehn Vorschriften mit dem Bannflüche, mit dem Josua Jericho fluchte, mit dem Bannflüche, mit dem 59