Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 30 (1937)
- Article
- Spinoza, ein Jude im Europa des 17. Jahrhunderts
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 49 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/3111067-3111126-3118952--7494-3119032- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
die Herrschaftsansprüche Israels im künftigen Messias-Reiche anmeldete, einem christlichen Gelehrten widmete: Isaak Vossius, dem Bibliothekar der Königin von Schweden, mit dem er in Verbindung stand, seit er Christinens Bibliothek mit hebräischen Büchern versorgte — der Königin selbst, deren Krönung er mit einem Gedicht in hebräischer und in spanischer Sprache gefeiert hatte, war schon früher sein „Conciliador“, der für die Widersprüche in der Bibel eine Erklärung suchte, zugeeignet worden. Rembrandt hatte Samuel Manasse damals gefragt, wie weit der Plan seiner englischen Reise gediehen wäre. Oder würde wieder nichts daraus werden wie seinerzeit mit seiner Auswanderung nach Brasilien? Der Rabbi hatte abgewehrt: die beiden Reisen dürfte er nicht miteinander vergleichen. Damals nach Brasilien hätte er nur um des Broterwerbs willen segeln, Kaufmann werden und, wenn er Glück hätte, sich in Amerika nach den verlorenen zehn Stämmen Israels erkundigen wollen. Diesmal jedoch führe er im Auftrag eines Höheren, der alle seine Schritte lenkte und mit gutem Grund seine damalige Absicht scheitern ließ. Seit er vor fünf Jahren seine „Esperanga de Israel“ geschrieben hätte, mehrten sich die Zeichen, daß Cromwell in England ein Gottesreich im Geiste Israels aufrichtete. Der Messias aber könnte nur kommen, wenn die Juden über die ganze Erde zerstreut wären. In England dürften seit ihrer Austreibung keine Juden wohnen. Er müßte von Cromwell die erneute Zulassung der Juden bewirken und 4 49