Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 30 (1937)
- Article
- Spinoza, ein Jude im Europa des 17. Jahrhunderts
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 48 (sequence 2)
- Language
- German
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beigekommen sein, die nach dem Zusammenschluß der verschiedenen sephardischen Gemeinden am Neujahrstag 1639 eingeweiht worden war. Es ist noch nicht der von Elias Boumann errichtete Bau, der als ein wahres Wunderwerk von Emanuel de Witte, dem Spezialisten für Kircheninterieurs, gemalt und von Picart in einem bekannten Kupferstich festgehalten worden ist; dieser noch heute gepriesene Prachtbau ist erst 1675 entstanden. Der älteste Holzbau freilich ist wegen des in ihm abgehaltenen Gottesdienstes nicht minder berühmt gewesen. Rembrandt denkt an seinen Freund Manasse ben Israel, wie er die Festpredigt hält, als die englische Königin Marie Henriette und der prinzliche Statthalter Friedrich Heinrich mit ihrem Gefolge bei ihrem Aufenthalt in Amsterdam das Gotteshaus besuchen. Wenige Monate vor Manasses Englandfahrt hatten der Maler und der Rabbi vor einigen Radierungen gesessen, Illustrationen zum Buche „La piedra gloriosa o de la estatua de Nebuchadnesar“, das Manasse in spanischer Sprache geschrieben hatte. Manasse ben Israel hatte dem Freunde für die vier Radierungen gedankt, mit denen er sich in seine mystischen Gedankengänge eingefühlt hatte, in die Geschichte von dem wunderbaren Stein, auf dem Jakob von der Himmelsleiter träumte, mit deni David den Goliath besiegte und unsichtbare Hände das Standbild des Nebukadnezar zertrümmerten; ohne sich darüber zu verwundern, hätte Rembrandt vernommen, daß der Rabbi dies Buch, das