Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 30 (1937)
- Article
- Glückwürdigkeit und Glück
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 45 (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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nicht glaubten, daß Einer ist, der unser Werk a n - n i m m t, wie wir an-nehmen, was uns von ihm an Schickung kommt? Was wäre die Versenkung wie die Lehre Hölderlins sie preist, ohne den Glauben, daß da in Wahrheit Einer spricht, auf den ins Dunkel des Unbegreiflichen hinein zu horchen nicht sinnlos ist? Was wäre die Gemeinschaft menschlicher Liebe im Dienste der Vollendung der Schöpfung, die die Ethik des Messianismus von uns verlangt, wenn sie allein als Stufe im Gange unendlichen Fortschritts sinnvoll würde, wenn wir nicht glaubten, daß jede Gemeinschaft unter Menschen für alle Ewigkeit zugleich in sich selber Sinn und Bestand besitzt? Was sollte der uneigennützig reine Gehorsam vor der Stimme des Guten, wie die Ethik Kants ihn fordert, ohne den Glauben an einen Sinn des Guten über Raum und Zeit hinaus? Was wäre das Leben des Guten alles in allem — in aller Vielfalt seiner Regungen? Was wären alle Sehnsucht, alle Bindungen von Herz zu Herz, alles Mühen im Guten, wenn nicht die Hoffnung des Glaubens wäre, daß ein Ort ist über der Wirrnis der Tage, über aller Unbegreiflichkeit irdischer Geschicke, da die Stimme des Guten gehört wird und alle Sehnsucht, alle Liebe, alles Mühen ini Guten ewiges Leben hat? 45