Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 30 (1937)
- Article
- Glückwürdigkeit und Glück
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 43 (sequence 19)
- Language
- German
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Forsdiungsabfeiluns Judeafrage des Reidisinsfifiifs für Gsschichfe des neuen Deüischiäads sondern der Mensch in allen, dieAlenschenantlitz tragen. Es gibt kein Leben ganz ohne Bindung des Herzens, ganz ohne Regung liebenden Willens, ganz ohne Regung des Guten. Es gibt kein Leben ohne Teil am Guten, kein Leben, das nicht des Glückes würdig wäre.21) Gerechte Erfüllung gerechter Forderung, das ist demnach ein einziges Reich der „Glückseligkeit46 für alles Leben als Leben des Guten. Ein Reich, in dessen Licht Unrecht und Frevel wie Irrlichter vor der Sonne zergehen, ein Reich, das keiner „Strafen44 bedarf, in dessen Kreis nichts einzutreten vermag, was Strafe verlangte, in dem allein die Kräfte des Guten sich finden! Eben damit aber auch ein Reich, das dem Einzelnen keinen Sonderlohn für sein Gutsein verheißt, das dem Menschen nicht u m seines Guten willen ein Anderes schenkt, sondern die Tat des Guten lohnt, allein indem es die Blüte des Guten selbst zur Reife bringt. Ein Reich, da jedes Gute in weiterem und höherem Leben sich vollendet, da weiter wirkt in ewigem Zusammenhänge, was immer von Menschen in Wohlwollen und Mitleid und helfender Tat, in Tapferkeit und Treue und Opfermut, in heiligem Eifer und redlichem Bemühen, in liebendem Um- 21) Selbst in dem, was wir Sünde nennen, ist fast immer auch ein Funke des Guten. Der Sündenfall der ersten Menschen ist zugleich der Beginn aller menschlichen Kultur. Erst die „Sünde“ Evas „bringt Leben und Bewegung in das All.“ Alexander Margolius : Mutter und Kind im altbiblischen Schrifttum. Berlin 1936. S. 20. 43