Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 30 (1937)
- Article
- Glückwürdigkeit und Glück
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 42 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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gesellt, daß der gerechten Forderung auch gerechte Erfüllung werde, kann der Gedanke des Menschen seine Ruhe finden. Gerechte Erfüllung, das heißt nicht : ein Reich des Himmels und ein Reich der Hölle als Lohn und Strafe für den Menschen jenseits seines irdischen Geschicks. Das heißt nicht, daß dem Menschen für jedes Unrecht, das im unbegreiflichen Walten der göttlichen Ordnung auf Erden straflos bleibt, in einer höheren Welt seine „Strafe“, daß ihm für jede Tat des Guten, die hier ihren Lohn verfehlt, dort Belohnung wird. Wäre dies der Inhalt unserer Forderung und der Inhalt unseres Glaubens, dann wäre die Unbegreiflichkeit des Weltregierers nicht durch die Ahnung einer höheren Ordnung überwunden, sondern restlos gelöst und behoben und das Gute eben jener Uneigennützigkeit beraubt, die allein auf dem Boden des Unbegreiflichen möglich ist. Aber wenn nicht in jenseitiger Zuteilung von Lohn und Strafe an den Menschen, nach dem Maß seiner Taten wie dann, wie anders soll die gerechte Erfüllung der gerechten Forderung, wie anders soll jene höchste Harmonie von Ethos und Geschick zu denken sein? Der des Glückes Würdige soll des Glückes teilhaft werden. Aber der des Glückes Würdige, das ist in Wahrheit nicht dieser oder jener unter den Menschen, 42