Mannheim
Compact Memory

Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1937-01-01 · 30 (1937) · p. Seite 40

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
30 (1937)
Article
Glückwürdigkeit und Glück
Date
1937-01-01
Page
Seite 40 (sequence 16)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
98% known words query
IRI
…/3111067-3111126-3118951--7484-3119023
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

möchte es auch hier wohl damit seine Richtigkeit haben, was uns das Studium der Natur und des Menschen sonst hinreichend lehrt, daß die unerforschliche Weisheit, durch die wir existieren, nicht minder verehrungswürdig ist in dem was sie uns versagte, als in dem was sie uns zuteil werden ließ.“18) 10. Aber freilich, wenn es um des Guten selber willen notwendig erscheint, daß das Walten des Weltregierers unbegreiflich für uns bleibt, wenn es um des Guten selber willen notwendig ist, daß Lohn und Glück sich dem entziehen können, der doch des Glückes würdig heißen muß, so ist es doch gerade dann, wenn also das Gute ohne jeden Lohn geschieht, gerade dann um des Guten willen nicht minder notwendig, daß dieses unbegreifliche Walten Gottes irgendwann und irgendwo einmal seinen Ausgleich findet. Erscheint eben um der wahrhaften Existenz des Guten willen die Unbegreiflichkeit seines Geschicks notwendig gefordert, so ist doch damit zugleich nicht minder notwendig gefordert, daß die Unbegreiflichkeit im Geschick des Guten eine auf Raum und Zeit beschränkte ist, daß das Unbegreifliche nicht Gottes letztes Wort im Geschick des Guten bleibt. Mit dem Nachweis dieser zweiten nicht minder gewichtigen Notwendigkeit in der Korrelation von 18) Immanuel Kant: Kritik der praktischen Vernunft. 1. Teil. II. Buch. II. Hauptst. IX.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.