Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 30 (1937)
- Article
- Glückwürdigkeit und Glück
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 40 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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möchte es auch hier wohl damit seine Richtigkeit haben, was uns das Studium der Natur und des Menschen sonst hinreichend lehrt, daß die unerforschliche Weisheit, durch die wir existieren, nicht minder verehrungswürdig ist in dem was sie uns versagte, als in dem was sie uns zuteil werden ließ.“18) 10. Aber freilich, wenn es um des Guten selber willen notwendig erscheint, daß das Walten des Weltregierers unbegreiflich für uns bleibt, wenn es um des Guten selber willen notwendig ist, daß Lohn und Glück sich dem entziehen können, der doch des Glückes würdig heißen muß, so ist es doch gerade dann, wenn also das Gute ohne jeden Lohn geschieht, gerade dann um des Guten willen nicht minder notwendig, daß dieses unbegreifliche Walten Gottes irgendwann und irgendwo einmal seinen Ausgleich findet. Erscheint eben um der wahrhaften Existenz des Guten willen die Unbegreiflichkeit seines Geschicks notwendig gefordert, so ist doch damit zugleich nicht minder notwendig gefordert, daß die Unbegreiflichkeit im Geschick des Guten eine auf Raum und Zeit beschränkte ist, daß das Unbegreifliche nicht Gottes letztes Wort im Geschick des Guten bleibt. Mit dem Nachweis dieser zweiten nicht minder gewichtigen Notwendigkeit in der Korrelation von 18) Immanuel Kant: Kritik der praktischen Vernunft. 1. Teil. II. Buch. II. Hauptst. IX.