Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 30 (1937)
- Article
- Glückwürdigkeit und Glück
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 28 (sequence 4)
- Language
- German
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der Menschen aber wölbt sich kalt und undurchdringlich der Himmel der Welt, gleichgültig für die Anliegen des Guten, ohne Gehör für seine Wünsche, ohne Lohn für sein Tun. Und doch ist offenbar das Leben des Menschen mit all seinen Regungen des Guten i n dieser Welt geboren, besteht er selbst nur als Kind dieser Welt, als Geschöpf der ewigen Macht, die das Ganze dieser Welt regiert. Eben nur umso dringlicher aber erhebt sich darum die Frage, wie dann die lenkende Macht dieser Welt gleichgültig sein kann gegenüber den Anliegen des Guten. Wie kann Gott schweigen, wo den Menschen Empörung packt? Wie kann Gott Erbarmen, Liebe und Hilfe versagen, wo das geringste seiner Geschöpfe, selbst in Armut, Leid und Not verfangen, von Mitleid bewegt, überströmt von liebender Güte? Wie kann Gott dem Guten seinen Lohn verweigern, wo Menschen in Bewunderung, in Ehrfurcht, in stiller Freude sich neigen? „Ist der Mensch gerechter denn sein Schöpfer?46 3) 3. Die erste Antwort, die sich uns auf diese Frage bietet, ist die Antwort des Buches Hiob. Mitten in einem Leben mit allen Gaben des Glückes gesegnet, überkommt den frommen Hiob das Geschick des Leidens. Die Freunde kommen, um ihn zu trösten. Aber da sie ihn in seinem Elend und seiner Krankheit sehen, beginnen sie zu weinen. Die Worte des Trostes versagen sich ihnen. 3) Hiob 4,17. 28