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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1937-01-01 · 30 (1937) · p. Seite 27

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
30 (1937)
Article
Glückwürdigkeit und Glück
Date
1937-01-01
Page
Seite 27 (sequence 3)
Language
German
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Hütte der Not, sieht Armut und Leid und läßt es zu, und hilft dem Flehenden nicht. Immer wieder empört sich das Herz des Menschen, wenn ein Unrecht geschieht. Er aber, „der König, der ewig bleibt und lebt“, läßt zu, daß der Gerechte leidet und das Unrecht triumphiert. Auch unter den Menschen gibt es Gleichgültigkeit und Härte, Schuld und Vergehen. Und wenn ein Unrecht sie empört, so geht doch auch Unrecht von ihnen aus. Aber alle menschliche Schuld, alles menschliche Vergehen, alles Unrecht, das Menschen tun, ist tausendfach entschuldbar mit ,,der Enge und Unzulänglichkeit der gottgeschaffenen Welt“ und ihrer Gesetze selbst.2) Entschuldbar und immer wieder überstrahlt von Güte! Überstrahlt von eiferndem Verlangen nach Gerechtigkeit, überstrahlt von Liebe und Begeisterung, von Wohlwollen und Opfermut und Treue, überstrahlt von Werken des Guten allerorten auf Erden. Über dem Reich 2) „Die Masse der Menschen“ „ist nicht sündhaft aus bösem Willen, sondern infolge der Enge und Unzulänglichkeit der gottgeschaffenen Welt mit ihren furchtbaren Gesetzen ... des Kampfes ums Dasein... Die Schwere der Verantwortung ruht überwiegend auf Gott und nur zu höchstens 49% auf den Menschen. Von einem „Sündenfall der Schöpfung“, wie ihn die Paradiesesgeschichte als sehr entschuldbares Erlebnis der Einzelpersönlichkeit tiefsinnig symbolisiert, habe ich in Natur und Geschichte nicht eine Spur gefunden. Die Welt ist so grausam und kontrastreich, wir wir sie erleben, aus Gottes Hand hervorgegangen; und angesichts dieser Daseinsbedingungen wird man der Menschheit mildernde Umstände zubilligen müssen...“ Hans Francke: Brief an die „Junge Kirche“. Berlin 1936. 27

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