Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 29 (1931)
- Article
- Das jüdische Museum - eine Kulturforderung
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 219 (sequence 10)
- Language
- German
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zum Schmucke des Gotteshauses verwendet. Kostbare Stickereien zierten den Thoraschrein und die Thorarolle, gestickte Decken den Vorbetertisch. Der größte Wert wurde auf den Silberschmuck der Thora gelegt: die Phantasie der Künstler schuf hier die interessantesten Gebilde, verwendete die verschiedensten Techniken und nahm mannigfaltige Anregungen von den Wirtsvölkern auf, diese oft in eine eigenartige eigene Stilform übertragend. Gold- und Silberschmiede sowie Kupfer- und Messingschmiede gab es zwar bei den Juden in fast allen Ländern und viele von ihnen müssen sich hauptsächlich mit der Herstellung von Kultusgeräten beschäftigt haben. In handwerklicher Beziehung verraten diese Stücke oft ein erstaunliches Können und beweisen auch eine überaus reiche Phantasie in der Ausgestaltung. Es würde hier zu weit führen, die einzelnen Gegenstände, die der Kult in der Synagoge und das religiöse Leben im Hause forderte, aufzuführen und zu zeigen, wieviel diese Geräte von dem Kulturleben, dem künstlerischen wie allgemein geistigen Erleben der Menschen erzählen, wie bei aller Stilverschiedenheit ein einheitlicher Gedanke, ein spezifisch jüdischer Sinn sich bemerkbar macht. Man war bemüht, alles das, was mit dem religiösen Leben zusammenhing, in einer besonderen Form aus dem Alltäglichen und Profanen herauszuheben. Den Bucheinband des täglichen Andachtsbüchleins führte man in Silberarbeit aus, 2IQ