Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 29 (1931)
- Article
- Das jüdische Museum - eine Kulturforderung
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 218 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/3111067-3111124-3118693--7408-3118938- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Einen wichtigen Teil der Sammlung bildet die graphische Abteilung mit seltenen Holzschnitten und Kupferstichen, Zeichnungen und kalligraphischen Blättern, Inkunabeln des Druckes, seltenen Schriftproben, Miniaturen, Darstellungen von Persönlichkeiten des jüdischen Lebens und historischer Begebenheiten, von Bauten und Friedhöfen, von Karikaturen und Hetzblättern. Auch diese Sammlung erstreckt sich bis auf die Erzeugnisse unserer Tage, auf Radierungen, Lithographien und Handzeichnungen moderner Künstler. Den Mittelpunkt bilden die Kultusgeräte. Leider ist gerade auf dem Gebiete der Kultusgeräte sehr viel zerstört und aus früher Zeit fast nichts übrig geblieben. Die traurige und oft blutige Geschichte der Juden im Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert berichtet von der völligen Vernichtung vieler Gemeinden. So sind wir denn auf neuere Erzeugnisse, mit dem 17. Jahrhundert beginnend, angewiesen. Mit welcher Liebe und Sorgfalt wurden, auch in den kleinsten und ärmlichsten Gemeinden, die Stätten der Andacht ausgestattet! Oft sind es nur unbeholfene Hände, die diese Geräte schufen, denn künstlerische Betätigung gehörte ja nicht zu den Berufen, denen Juden nachgehen konnten. Man mußte sich mit billigem Material begnügen, verstand es aber stets, den Gegenständen einen weihevollen Eindruck zu verleihen. In größeren Gemeinden hingegen wurde, wo es nur angängig war, das Beste und Schönste 218