Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 29 (1931)
- Article
- Das jüdische Museum - eine Kulturforderung
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 220 (sequence 11)
- Language
- German
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die Geräte, die der Beschneidung dienten, schmückte man symbolhaft. Man begnügte sich nicht — wie es heute fast allgemein üblich ist, — die Mesusa nur als einfachen Behälter für das Gebetsblättchen herzustellen, sondern schuf gleichzeitig einen Schmuck für die Türe, indem man ein Gehäuse in Holz schnitzte, in Metall ausführte, oder gar in Silber trieb. Auch die Stickkunst beschränkte sich nicht auf die bereits erwähnte Paramentenkunst der Synagogen. Tallis- und Teffilinbeutel, Seder- und Mazzothdecken u. a. gibt es in hochkünstlerischer Ausführung. Eine besondere Art von Volkskunst bildet die in vielen Gegenden noch heute geübte Sitte, daß bei der Geburt eines jeden Knaben eine Torahwimpel mit dem Namen des Kindes und symbolischen Bildern gestickt oder gemalt wird. Besonderer Erwähnung bedarf hier — wenn auch nur in kurzer Andeutung — die Grabmalkunst, denn nirgends hat sich das Streben nach «iner seelenvollen Bildhaftigkeit zu so hohen Leistungen aufgeschwungen, wie auf diesem Gebiete jüdischer Kunst. Gerade im Vergleich mit den modernen Friedhöfen offenbaren die alten Grabstätten, denen alles Aufdringliche und Laute fehlt, wo die Grabsteine in bescheidenen Dimensionen gehalten sind und eine Einheitlichkeit der Gestaltung des ganzen Friedhofes waltet, eine Kultur und einen Kunstsinn von besonderer Eigenart. Neben der Form der Steine bildet die Sym- 220