Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 29 (1931)
- Article
- Das jüdische Museum - eine Kulturforderung
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 217 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/3111067-3111124-3118693--7407-3118937- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
die anderen Sammlungen nur ein mehr oder weniger begrenztes Gebiet bearbeiten, will die Berliner Sammlung — der Anlage ihres Gründers folgend — eine Zentralstätte jüdischer Kunst und Kultur aller Länder und Zeiten von den Anfängen der jüdischen Geschichte bis auf die Kulturerscheinungen unserer Tage werden, ein wissenschaftliches Zentralinstitut, das der Forschung des Alten und dem Schaffen nach Neuem in gleicher Weise dient, Hier wird uns das ganze Ausmaß dieses bisher noch zu sehr vernachlässigten Gebietes unserer historischen Forschung bewußt, hier sehen wir die Lücken der Erkenntnis unserer Vergangenheit und ihre Wichtigkeit für den Ausbau unseres Kulturlebens. Die palästinensischen Ausgrabungen fördern immer neues Material zutage. Allerdings besitzen wir, außerhalb des Landes, nur Werke der Kleinkunst. Es sind dies Tongefäße, Gläser, einige Stücke in Bronze und Stein und vor allem herrliche Münzen, die von hohem Kunstsinn zeugen. Aber diese Gegenstände zeigen, daß das Volk der Juden durchaus nicht so kunstfeindlich war, wie man allgemein annimmt. Unter dem Einfluß der anderen Nationen entwickelte sich eine Kleinkunst von beachtlicher Höhe. Aus späterer Zeit folgen dann Medaillen, deren Reihe bis zu den Werken moderner Künstler reicht. 217