Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 29 (1931)
- Article
- Das jüdische Museum - eine Kulturforderung
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 216 (sequence 7)
- Language
- German
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seinen dem British Museum übergeben, die einzigartige und wohl größte Privatsammlung von Sally Kirschstein in Berlin ist 1925 in das Hebrew Union College nach Cincinnati ausgewandert und soll dort den Grundstock eines im Bau befindlichen jüdischen Museums bilden. - Einer der ersten, weitschauendsten und ernsthaftesten Sammler, zugleich auch der bedeutendste wissenschaftliche Forscher war der Dresdner Juwelier Albert Wolf. In rastlosem Forscher- und Sammlereifer hat er in jahrzehntelanger stiller Arbeit nicht nur zusammengetragen, sondern auch das Gefundene wissenschaftlich zu ergründen und systematisch anzuordnen versucht. Sein Lebenswerk vermachte er der Berliner Jüdischen Gemeinde, da er den Wunsch hegte, „daß diese Sammlung auch nach seinem Ableben erhalten bleibe, fortgeführt, in den Dienst der Wissenschaft gestellt werde und sie dazu diene, das Interesse für das Judentum und seine Geschichte auch in weitere Kreise zu tragen.“ Wohl mit Recht konnte er annehmen, daß die größte Gemeinde Deutschlands die geeignete Stelle sei, seine Lebensarbeit zu einem bedeutenden jüdischen Museum auszubauen. Aus seinem Vermächtnis entstand die Kunstsammlung der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, die wohl heute als diejenige Sammlung jüdischer Kunst gelten darf, die nach dem weit ausgreifendsten Plane angelegt ist. Denn während 216