Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 29 (1931)
- Article
- Das jüdische Museum - eine Kulturforderung
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 214 (sequence 5)
- Language
- German
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keit sich diesen Dingen zuzuwenden, aber es dauerte fast noch ein Jahrzehnt, bis 1894 in Wien eine „Gesellschaft für Sammlung und Konservierung von Kunst- und historischen Denkmälern des Judentums" gegründet wurde. Vier Jahre später folgte dann in Hamburg die „Gesellschaft für jüdische Volkskunde", die in ihren Mitteilungen die ersten wissenschaftlichen Abhandlungen über den Gegenstand brachte und hiermit den Anfang zur systematischen Bearbeitung der Materie machte. Fast zu gleicher Zeit begann ein christlicher Gelehrter, der Düsseldorfer Museumsdirektor Heinrich Frauberger, durch einen Zufall auf jüdische Altertümer hingewiesen, die Sammlung von wissenschaftlichem Material. Der Fachmann erkannte, daß es mit dem Sammeln von Originalen nicht getan war, und ging daran, von allen erreichbaren Quellen Photographien, Zeichnungen und Pläne herstellen zu lassen. Im Jahre 1897 gründete er die „Gesellschaft zur Erforschung jüdischer Kunstdenkmäler" in Frankfurt a. M., die eine Reihe wertvoller Publikationen herausbrachte, die auch heute noch von Bedeutung sind, und eine ständige Ausstellung hat. Mit der Jahrhundertwende setzt die Gründung verschiedener jüdischer Museen ein. Matthias Bersohn in Warschau hatte schon einige Jahre zuvor eine Sammmlung angelegt. 1906 wurden die Bestände der altehrwürdigen Gemeinde in Prag zu einem kleinen Museum vereinigt, 1908 die von 214