Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 29 (1931)
- Article
- Das Licht verlöscht
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 204 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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hinein. Und es wäre schade, wenn wir uns nicht gefunden hätten; dann gäb's kein Meitscheli (kleines Mädchen) und keinen Bubn.“ So vornehm diese Worte waren, sie bedrückten die beiden Frauen, in denen fernste Vergangenheit rumorte, das Blut der Ahnen auferstand. Ihr Vorhaben erschien ihnen als Verrat an dem braven, aufrechten Manne. * ie * Aus dem Morgennebel hoben sich die Umrisse der Gletscher, die der Neuschnee bis zu den Vorbergen herab mit der Landschaft vereinte: Jungfrau, Mönch und Eiger, in ferner Höhe scharf Umrissen vom kalten Blau des Winterhimmels abgezeichnet, die Gletscher leuchtend und funkelnd, eine Vision, ein Wintermärchen! Nahebei, breit und behäbig, der Landschaft eng verwachsen, die anheimelnden Häuser: Wohnstätte, Ställe und Scheuer in einem Bau* dessen weit ausspreizende Bedachung das ganze Anwesen vor Schnee und Regen schützte. Hoch aufgestapelte Scheite versprachen Wärme in der nahen Zeit der Nordstürme. Behagen und Freundlichkeit allerwärts, auch in dem Gruß der Frauen, die in den dachgeschützten Höfen herumwirtschafteten. Sofie und Berta schlenderten durch den Ort, als sollte die Besucherin nochmals an der Schönheit des Winterbildes sich erlaben, und spähten doch nach einem Laden, ihre geheimnisvollen Einkäufe zu besorgen. Frau Berta entschuldigte 204