Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 29 (1931)
- Article
- Das Licht verlöscht
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 190 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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tobende Krieg, das nicht endenwollende Blutvergießen, es brachte so viel Weh über die Menschen, warum in der friedlichen Schweiz die Freundin, die so glücklich schien, zwingen, eine Wunde zu offenbaren, die, verbunden und verwahrt, weniger schmerzt? Es fluteten auch immer mehr Menschen durch den Warteraum, Die Zeit der Abfahrt des Zuges, mit dem Frau Berta heimkehren sollte, war nahe; es blieb noch Zeit, eine Zusammenkunft zu besprechen, was eine Einladung nach B ... dorf zur Folge hatte. Aus dem Fenster des Bahnwagens sprach Frau Berta noch auf Sofie ein: „Komme für einige Tage zu uns. Die Buben sind, wie du erzählst, vertrauenswürdig versorgt. Genieße die Ruhe und das Behagen unseres Städtchens. Mein Mann wird sich deiner noch erinnern und für die Freude dankbar sein, die mir deine Anwesenheit bedeutet.“ Die letzten Worte kamen aus dem geräuschlos davonrollenden Zug, dem Sofie lange nachblickte. Sie ging gedankenvoll aus dem Bahnhof, durchschritt wieder das Menschengewühl des Bubenbergplatzes und eilte heimzukehren, heim zu ihren Kindern. Ein helles Zimmer und ein kleines Schlafzimmer für die Buben. Der Wohnraum in Bern war karg bemessen und durch den Andrang der Fremden viel begehrt. Aber welche Fülle von Glück boten ihr diese engen Räume, welche Freude, der Kinder Gedeihen zu beobachten, die bei reicher Pflege alle körperlichen Mängel, alle