Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 29 (1931)
- Article
- Adolphe Crémieux
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 161 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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sten Instanz jener Prozeß zugunsten Isidores entschieden. Hiermit war in Frankreich der letzte Unterschied zwischen der Stellung der Juden und der ihrer andersgläubigen Landsleute ausgeglichen. Nicht lange darauf, am 18. August desselben Jahres 1846, wurde der Judeneid in Oesterreich aufgehoben; Preußen folgte diesem Beispiel erst ungefähr ein Vierteljahrhundert später. 1830 wurde Cremieux an den Kassationshof nach Paris berufen, aber nach sieben Jahren gab er diese Stelle auf, um zu seiner Anwaltspraxis zurückzukehren. Unter anderem war er Rechtsfreund des Barons James Rothschild. 1842 wurde er in die Kammer der Deputierten gewählt. Eine seiner ersten Sorgen war die Verbesserung der Lage der französischen Rabbiner. Bereits 1831 war eine Beisteuer zu ihren Gehältern von Staatswegen zum Gesetze erhoben worden. Cremieux forderte aber einen höheren Betrag, das Sechsfache der bisherigen staatlichen Subvention, als er Justizminister geworden war. Er begründet seinen Antrag mit Humor. „Die Rabbiner', sagte er, „haben eben das Wort der Bibel ernst genommen: ,Es ist nicht gut, daß der Mensch allein sei/ Sie haben Weib und Kind zu ernähren. Das nächste Jahr werde ich also wieder 100 Francs für jeden Rabbiner mehr beantragen, und 1852, falls ich nicht das Glück haben sollte, in die Kammer gewählt zu werden, werde ich, an meiner Stelle den Antrag zu stellen, meinen Freund Lopez li l6l