Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 29 (1931)
- Article
- Jakob Loewenberg
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 149 (sequence 51)
- Language
- German
- Belongs to
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keine Formsache. Magst du als Jude glauben oder nicht glauben, was du willst, das ist deine Sache, das hast du mit dir abzumachen, aber wenn du übertrittst, wenn du dich zu einer anderen Religion bekennst, freiwillig bekennst, und es nicht aus lauterer Ueberzeugung tust, dann bist du ein Lügner, ein Meineidiger, ein Schurke, dann kann ich dich nicht betrauern, dann muß ich dich veri achten.“ Wo der Antisemitismus Loewenberg in den Weg trat, stellte er sich zum Kampfe. Die Szene mit dem Schulrat in den „Zwei Quellen“ zeigt seine Stellung. Zweimal griff er polemisch in den Streit ein: in der Aussprache mit Juden im „Kunstwart“ (1912, 245) und in einem offenen Brief an Wilhelm Stapel (Deutsches Volkstum 1919, 325). Mit der ganzen Liebe eines schwergeprüften Herzens stand er zu seinem Deutschtum. „Da wir nun seit mehr als einem Jahrtausend in ein anderes Land verpflanzt sind, da wir mit der Geschichte, dem Geschicke, der Sprache, der Kunst des Volkes in diesem Lande so eng verwachsen sind, so fühle ich mich als Deutscher, wenn du willst, als deutscher Volksgenosse jüdischen Stammes. Und weil dieses, mein deutsches Volk, so Großes und Herrliches geleistet hat und in seinen edelsten Vertretern Menschenbilder und Menschenbildner reinster und höchster Art aufgestellt hat, so bin ich freudig stolz, zu diesem Volk zu gehören.“ (20. 10. 18 R. LJ 49