Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 29 (1931)
- Article
- Jakob Loewenberg
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 148 (sequence 50)
- Language
- German
- Belongs to
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darauf hingewiesen, wie auch die Titel der verschiedenen Auflagen zeigen, daß sich Loewenbergs Blickfeld mit den Jahren geweitet habe. Aus den ,,Liedern eines Semiten“ — Fanfarenklänge des Kämpfers — wurden die Gedichte „Aus jüdischer Seele“ — Resignation, bis dann mit dem Titel „Kämpfen und Bauen“ sich das Persönliche verklärt, das Menschliche im Lebenskampf durchbricht. — Es muß aber gesagt werden, daß Loewenberg sich nie recht wohl fühlte mit dem Titel „Aus jüdischer Seele“: Aus jüdischer Seele? hör ich staunend fragen, Als sei es Hochmut, der die Worte wähle, Und ist nur eines wunden Herzens Klagen, Ein Schrei um Recht aus einer Menschenseele. (Motto zur 3. Auflage.) Schon lange hatte er an den Titel „Kämpfen und Bauen“ gedacht, der ihm aber zunächst etwas farblos schien. Um der menschlichen Ehrlichkeit halber kannte Loewenberg kein Verzeihen für die Getauften. Die Tragik der Mutter, die ihre Abstammung dem Sohne verheimlicht, hat Loewenberg in dem Einakter: „Der gelbe Fleck“ geschildert, die Tragik des Vaters, der erlebt, daß der Sohn sich der Karriere halber taufen läßt in der Erzählung „Der Herr Professor“ (in „Der gelbe Fleck“) zu beschreiben versucht. Es war seine eigene Ueberzeugung, wenn er den Alten dort (S. 69) sagen läßt: „Religion Formsache? Aber die Wahrheit ist 48