Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 29 (1931)
- Article
- Jakob Loewenberg
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 150 (sequence 52)
- Language
- German
- Belongs to
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Am 8. Dezember 1918 (Tg.) schrieb er nach einer zionistischen Versammlung: „Dieser Wille zum Volksein hat etwas Ergreifendes, Rührendes, und ich verstehe nur zu gut, wie in der Zeit der nationalen Spannung er die Jugend mit Begeisterungpackt. Aber ist es innerlich möglich, die afrikanischen, amerikanischen, die Ost- und Westjuden zu einem Volk zu verschmelzen? Ist es äußerlich möglich? Das kleine Ländchen, von Arabern besetzt, bietet vielleicht V2—1 Million Juden Wohnstatt und Unterhalt. Und die anderen 13 Millionen? Eine gesicherte englische Heimstätte — auch gut für alle Verfolgten und Unterdrückten, nicht aber für die, die mit allen Fasern ihres Herzens an der deutschen Heimat hängen. Was mir das Judentum ist, das liegt in seinem tiefen Sozialismus, in seiner großen Ethik, in dem edlen Menschentum seiner Propheten. Es hat noch immer Ideale, die noch auf Jahrtausende der Menschheit leuchten werden.“ Loewenberg hat den Zionismus nie bekämpft, aber er konnte nicht seinen Idealen folgen; zu tief war er mit deutschem Land und deutschem Sein verwachsen. Schon als Kind hatte er eine Buche in andächtigem Gebet umfangen. Nie kann mir eine Zeder werden, Was mir die deutsche Buche war, hat er einmal geschrieben. Es gab für ihn keinen Zwiespalt. Aus den „Zwei Quellen“ sprudelnd floß der Strom seines Lebens dahin. Auf die Frage