Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 29 (1931)
- Article
- Jakob Loewenberg
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 147 (sequence 49)
- Language
- German
- Belongs to
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Deutschland kam, schrieb Loewenberg seine „Lieder eines Semiten“, die 1892 anonym erschienen, Aufschrei einer empörten Seele: Als Jude fühl ich kein Erröten, Jedoch als Deutscher schäm ich mich. * * * Wir haben's zwei Jahrtausende getragen, Mit Schwert und Kelle hielten wir die Wacht, Und wie Jesajas müssen wir noch fragen: O Wächter, sag, wann endet denn die Nacht? (Kämpfen und Bauen, 42.) Von starkem Pathos sind diese Gedichte getragen, vom Glauben an die Gerechtigkeit, von der Hoffnung an die Menschheit. Liliencron schrieb dem Freunde über diese Gedichte (11. 10. 1901): „Ich las zuerst: ,,zu Hause“, und habe darin so tiefe, schöne, unendlich herzenswarme Töne, Bilder, Gedichte gefunden — daß schon diese Gedichte allein genügten, um Dein Buch zu einem von denen zu machen, die jeder gern immer wieder in die Hand nimmt, um sich der „Seinigen“, Mutter, Eltern, Geschwister, der Kinderzeit zu erinnern. . . . Am schwersten ists mir, über Deine „Lieder eines Semiten“ Dir zu schreiben. Gott sei Dank: Du übertreibst darin. Es wäre ja entsetzlich, wärs so, wie Dus darin kundgibst. Und doch, und doch: Ich habe mit tiefer Rührung darin gelesen . . . .“ Carl Müller-Rastatt, der bekannte Hamburger Kritiker, hat in einen? Vortrag über Loewenberg io* 147