Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 29 (1931)
- Article
- Jakob Loewenberg
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 145 (sequence 47)
- Language
- German
- Belongs to
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nisse, mit der Menge ihrer Helden und Märtyrer, mit der Flut unserer Leiden und Hoffnungen, unserer Qualen und Sehnsucht! So staunenerregend ist kein Wunder als wie dasjenige, das sich in dieser Geschichte offenbart, Niederlage auf Niederlage, Unterdrückung auf Unterdrückung, Leiden auf Leiden und doch leben wir, doch haben wir gesiegt. Das ist von der nachbiblischen Zeit an keine Geschichte des Krieges mehr, sondern nur eine Geschichte des Strebens nach Frieden, keine Geschichte von anderen Fürsten außer denen im Reiche des Geistes, keine Geschichte von anderen Schlachttagen als von denen, an welchen Menschentum und Menschlichkeit einen Sieg errungen, oder leider, ach leider zu oft, eine beschämende Niederlage erlitten, kurz, eine wirkliche Kulturgeschichte,“ So wollte er wirken für das Judentum. Und er schloß seinen Vortrag: „Wir sind zerstreut unter alle Völker, und obgleich wir mit den engsten Banden mit ihnen verbunden sind, es spielen daneben doch noch unsichtbare, zarte Fäden herüber und hinüber zwischen Juden und Juden. Ist es vielleicht mehr als ein schöner Traum, wenn wir hoffen und wünschen, daß sie dereinst als Kettenfäden dienen zum Gewebe der Völker-, der Menschenverbrüderung? Ahasver, der weitumhergetriebene, der bei allen Völkern gelebt, ihre Leiden und ihre Sehnsucht kennt, sollte er nicht gerade sie anspornen können, . 45 10