Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 29 (1931)
- Article
- Jakob Loewenberg
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 142 (sequence 44)
- Language
- German
- Belongs to
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wundervoller Gedanke, den es verwirklichen will. Einmal einen Tag der inneren Selbstschau, der tiefsten Reinigung. Tag der Versöhnung! —“ (Tg. 6. Oktober 1916.) So formte sich aus Erinnerungen und Schönheitssehnsucht im Hause Jakob Loewenbergs ein jüdisches Leben, das frei von allen äußerlichen Formen die Poesie der jüdischen Familie pflegte und das Gemüt dem Religiösen erschloß. Mit solcher Frömmigkeit, die zutiefst im Menschlichen wurzelte, konnte Loewenberg auch Weihnachten feiern. Allerdings nie bei sich. Schon als Junggeselle war er mit den jüdischen Freunden am Weihnachtsabend bei Otto Ernst gewesen. Und in diesem Hause sollten auch die Kinder Weihnachten kennen lernen, „Mir war es ein lieber Gedanke, daß meine Kinder das schönste der christlichen, nein, der deutschen Feste miterleben durften, als Gäste miterleben. Sie sollen alles kennen, alles verstehen, um echte Deutsche, echte Juden, rechte Menschen zu werden.“ (Tg. Weihnachten 1914.) Zu diesen Feiern schrieb Loewenberg auch Weihnachtsgedichte. Aus solcher Gesinnung heraus konnte er das Weihnachtsmärchen „Rübezahl“ schreiben, das erste dichterische Märchenspiel für Kinder. 42