Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 29 (1931)
- Article
- Jakob Loewenberg
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 141 (sequence 43)
- Language
- German
- Belongs to
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Pflaumen und Rauchfleisch, hei, welch ein Fest, und nachmittags Lottospiel um einen Pfennig, und welche Erwartung, welche Spannung! Purim! Purim! Das Losfest! Wie wird unser Los fallen?“ Die Feiertage, wie sie aus der Jugendzeit ihm lebendig geblieben waren, hielt er auch in seinem Hause. „Sie waren alle schön, die Festtage und die Halbfesttage, lauter Familienfeste, dem Kinde die leuchtenden Meilenweiser des langen Jahres, mit heißer Sehnsucht erwartet, mit banger Wehmut verabschiedet.“ So wurden auch seinen Kindern die Feiertage Familienfeste. Zur Synagoge ging Jakob Loewenberg meist nur am Kolnidre Abend und Jom Kippur. „ „Jaum hakipurim“, Tag der Versöhnung. Mein schönster Jontef, wie unsere Mutter sagte. Mir früher die liebste Predigtzeit. Die Zuhörer nach dem reichlichen Abendessen in behaglicher Feststimmung. Behaglich? Nein, in ruhiger, erwartungsvoller. Die weißen Sargenes, die flackernde Kerzenbeleuchtung, die andächtige Stille — wie leicht war es, ein packendes Wort zu finden. Und für die Dreiteilung fanden sich immer neue Worte, oft auch Gedanken. Versöhnung mit Dir selbst, mit Deinen Nebenmenschen, mit Deinem Gott. Einmal packten doch meine Worte so, daß nach dem Gottesdienst sich zwei Männer, die lange befeindet gewesen, wieder zusammenfanden. Jaum hakipurim! Ist es nicht ein wundervolles Fest, ein 41