Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 29 (1931)
- Article
- Jakob Loewenberg
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 138 (sequence 40)
- Language
- German
- Belongs to
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denkmals, frohe Tage im Liliencronstädtchen Kellinghusen, wo er eine Liliencron - Plakette einweihte — einige Reisen, im letzten Herbst die Verlobung seiner Tochter, von Abschiedsstimmung umwoben. Wie er gewünscht, „Sterben ja, nur nicht absterben“, (Tg. 5. 9. 28) nahm ihn eine schwere Grippe im Januar 1929 aus der Schularbeit heraus. Die Sorge und Pflege des Hausarztes und Freundes Caro konnte nur die Schmerzen lindern. Nach kurzem, schwerem Kampf starb Jakob Loewenberg am 7. Februar. Die Beisetzung zeigte noch einmal die Liebe und Verehrung, die Jakob Loewenberg als Lebender am 70. Geburtstag erfahren hatte. Was er in den Choleratagen 1892 in einem Testament geschrieben, war erfüllt: „Wenn ich durch mein Tun und Streben erreicht habe, daß einer oder der andere ein bißchen besser über die Juden denkt, bin ich zufrieden.“ Leben. Ein Tropfen gleitet am Baum herab, Erst langsam, zitternd, sachte, sacht, Dann immer tiefer, schneller, schnell Bis in der Erde dunkle Nacht. Wo war er nur? Was blieb von ihm? Ein Hauch, der restlos sich verliert. Ob nicht der Baum im tiefsten Mark Den kleinen Tropfen doch gespürt? (Abendleuchten, 65.) 138