Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 29 (1931)
- Article
- Jakob Loewenberg
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 132 (sequence 34)
- Language
- German
- Belongs to
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So ists ein Opferbrand? Wofür und wem? Nimmst du es an, du Weltgeist, Geist der Menschheit? . . . Ich nehm es an — doch laßts das letzte sein! Und dreimal wehe über euch, Wenn eine reinre, bessere Menschheit nicht Aus diesem Blutbad steigt, Wenn ihr nicht wert des Opfers werdet! (Abendleuchten, 102.) Wie er versuchte zu zeigen, wie sich das Erleben des Krieges im engen Schulkreis widerspiegelte, wie er sich mühte, mit seiner Schule Freude in das Dunkel der Zeit zu bringen, hat er im „Kriegstagebuch einer Mädchenschule“ erzählt. Mit Bangen verfolgt er die Kämpfe, hofft auf den Sieg und sieht das Elend. Und immer wieder kommt Grillparzers Wort: Von der Humanität über die Nationalität zur Bestialität. „3. März 18. Friede mit Rußland. . . . Was wird aus dem russischen Chaos werden? Götterdämmerung. Eine neue Welt will entstehen. Neue Gedanken, neue Worte. Die Geister zittern. Sie spüren den Wind bei der Morgenröte. Und wenn die Sonne aufgegangen, scheint sie auf eine neue bessere Welt? Oder wärmt sich die alte am alten Strahl? Reiche stürzen, Staaten vergehen, und die Menschen bleiben sich gleich. Was wünschen sie? Sich einmal satt essen.“ 132