Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 29 (1931)
- Article
- Jakob Loewenberg
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 131 (sequence 33)
- Language
- German
- Belongs to
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einem Gefühl der Notwehr? Als die Titanic versank, ging ein Zittern des Mitgefühls durch die ganze Welt, und jetzt je mehr Tote, desto besser? Wohin geraten wir? Wohin führt der Krieg die Menschheit? 31. März 15. Die feindliche Kugel fragt nicht, ist’s ein Jude oder ein Christ, den ich treffe? aber die Menschen fragen es noch immer. 4. Mai 16. Man gewöhnt sich an alles. Haben wir uns doch auch schon an den Krieg gewöhnt. Die Ideen der ersten Wochen, daß er eine seelische Umwandlung im Volke bringe, wer hegt sie noch? Es ist fast alles wieder geworden, wie es war: derselbe Egoismus, derselbe Kleinlichkeitsgeist, dieselbe Genußbegierde. 8. August 16. Zeppelin über der Nordsee —. Die verfluchte Sentimentalität: daß man doch immer an die armen Opfer denken muß. Seit der Menschengeist auf Erfindungen sinnt, kommen sie immer auf die Vervollkommnung der Waffe hinaus, von dem Knüppel, von der Keule an. Wie wehre ich mich, wie töte ich am besten? Die verfluchte Sentimentalität oder soll ich sagen, die göttliche?“ Auch Jakob Loewenberg hat Kriegsgedichte geschrieben, aber es gibt keins, dessen er sich später zu schämen brauchte. Als er 1916 den „Aschenbecher“ an die Zeitungen schickte, kam er zurück — der Tendenz wegen: 131 9*