Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 29 (1931)
- Article
- Jakob Loewenberg
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 130 (sequence 32)
- Language
- German
- Belongs to
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So glitt in unermüdlicher Tätigkeit, schaffend vom frühen Morgen bis in den späten Abend, das Leben Jakob Loewenbergs dahin; unterbrochen von Reisen4) ins Gebirge, ans Meer, von Wanderungen in Wald und Heide. Nie wichen die Sorgen. Viel Krankheiten seiner Frau; einmal 1912 brach der scheinbar nie Ermüdende zusammen und fand in Meran Erholung. Dann kam der Krieg. Loewenberg war im Berner Oberland. Er konnte nicht an den Krieg glauben. Ihn, den Freund aller Menschen, packte der Krieg mit aller Wucht. Vom ersten Tage an hat er genau Tagebuch geführt. Niemand war überzeugter von der Gerechtigkeit unserer Sache. Niemand hoffte glühender auf den Sieg. Aber dieser Sieg sollte der Menschheit gelten. Schaudernd erkannte er bald, wohin der Weg die Völker führte. Folgende Tagebucheintragungen aus der ersten Kriegszeit zeigen das: „18. 12. 14. In den englischen Seestädten sind auch viele Zivilpersonen von unseren Bomben getötet. Das liest man mit Ruhe, ja beinahe mit Freude. Wie ist es nur möglich? Wie kehrt der Krieg alles in uns und um uns um. Stehen wir wieder am Anfang der Kultur, wo der Bewohner des gegenüberliegenden Ufers ein Rivale, der Gast ein Feind war? Oder leben wir alle und immer in 4) Ueber eine Reise nach Amerika 1893 finden sich Berichte in der Pädagog. Reform 17, 32 fg. 130