Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 29 (1931)
- Article
- Jakob Loewenberg
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 129 (sequence 31)
- Language
- German
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Langsam, leise naht sie auf den Zehen, Fürchtet sie, die Blume zu erschrecken? Zärtlich streichelt sie die schmalen Blätter, Hofft und bangt, sie könnt das Wunder wecken. Und sie steht und staunt und sinnt und lächelt, Und ihr Antlitz glüht in seligem Schimmer. Wissen möcht ich, was sie heimlich flüstert. Still, der Frühling ist in meinem Zimmer. (Abendleuchten, 123.) Nach dem Tode Loewenbergs war ihr Leben inhaltslos geworden. Kaum mehr als ein Jahr war vergangen, als sie wieder mit ihm vereinigt wurde, (1. Juni 1930.) Seinen Kindern, zwei Jungen und einem Mädchen, erzählte Loewenberg die Märchen von „Mutschi'* und „Eckeneckepenn", schrieb die kleinen Gedichte, die in dem Kinderbuch „Bittegrün" vereinigt sind. Sie waren auch sein psychologisches Laboratorium, wie die Skizzen: „Aus der Welt des Kindes" zeigen. Des Lebens Gut geborgen so Im engsten, kleinen Haus, Und meine Seele flattert froh In endlose Weiten hinaus. (Im Strandkorb. Abendleuchten, 128.) 9 I2Q