Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 29 (1931)
- Article
- Jakob Loewenberg
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 124 (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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wirkt hat, den darf man wirklich einen Kulturträger nennen/' Lehrer und Dichter. Dem Dichter dankte der Lehrer das Tiefste und Feinste seines Lehrertums. Und doch — dem Dichter Jakob Loewenberg stand der Lehrer, der Berufsmensch, oft im Wege. Schon die ,,Zwei Quellen" zeigen das. Es ist kein Roman, nur Lebensbilder, die — jedes in sich geschlossen — zusammengehalten werden durch das Icherlebnis. Das wird nur zum Teil erklärt durch den lyrischen Klang, der sein ganzes Wesen durchzog — es kommt noch ein anderes hinzu: es fehlte ihm Zeit zum Schaffen. Eigentlich hatte er nur die kurzen Ferienwochen im Sommer, die ihn zu zusammenhängender Arbeit kommen ließen. Und so blieben alle weitgehenden Pläne liegen — Dramen wie David und Jonathan, Salomos Ring, Süßkind von Trimberg — und wenn Loewenberg einmal eine größere Arbeit anpackte, wie im Sommer 1913 das Drama Aelfrida, mußte es halbfertig liegen bleiben, bis im folgenden Jahr an die Vollendung (4. und 5. Akt) gedacht werden konnte. Gewiß, manches Wochenende verbrachte er in der Umgegend Hamburgs, um an eine literarische Arbeit zu kommen. Aber nur Gedichte und einige Novellen konnten so zur vollen Geschlossenheit reifen. In der Hamburger Zeit waren die ersten Büchef Loewenbergs herausgekommen (Die „Gedichte" 124