Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 29 (1931)
- Article
- Jakob Loewenberg
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 123 (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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Um die Kunst größeren Kreisen zugänglich zu machen, führte die Literarische Gesellschaft die Volksunterhaltungsabende ein. Hier war Loewenberg, der Lehrer und Dichter, einer der besten Redner, Die „Deutschen Dichterabende“ zeigen seine große Kunst, mit wenigen Strichen, einfach und formvollendet an das Wesen eines Dichters zu führen. Solche Vorträge hat er später dann im Volksheim, an den Bildungsabenden der Sozialdemokratischen Partei, in der Patriotischen Gesellschaft gehalten. In den Nachkriegsjahren in den Arbeitsgemeinschaften der Volkshochschule, die ihm immer neue Freude machte. Ueber die Wirkung, die Loewenberg als Redner auf die breiten Massen hatte, hat Emil Krause — Mitstreiter aus alter Zeit, heute Senator und Präses der Oberschulbehörde — in einem Aufsatz zum 70. Geburtstag geschrieben. (Hamburger Echo 8. 3. 1926.) . die Abende im Gewerkschaftshaus, an denen dieser jüdische Mann deutsche Dichter in den Herzen von zweitausend einfachen Arbeiterfrauen und Arbeitern zum Erlebnis werden ließ. Die Gedenkrede auf Liliencron erschütterte die Hörer mit einer Gewalt, daß sie wiederholt werden mußte. Die Hörer hatten mit solcher Begeisterung in den Werkstätten, zu Freunden, zu Nachbarn davon gesprochen, daß die Arbeiterbildungskommission mit Bitten um Wiederholung wahrhaft überschüttet wurde. Wer so wirken kann, wer so ge- 123