Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 29 (1931)
- Article
- Jakob Loewenberg
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 122 (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/3111067-3111124-3118690--7309-3118842- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
1890 — war er politisch tätig, 1897 leitete er den Pazifisten - Kongreß in Hamburg. In der Gesellschaft der Freunde des vaterländischen Schul- und Erziehungswesen, der großen Hamburger Lehrervereinigung, kämpfte er überall, wo es galt, einer freien Menschheit zu einer freieren Schule zu verhelfen. Einer ihrer Führer, Fritz von Börstel, nannte ihn „das Gewissen der Hamburger Lehrerschaft“. 1896 wurde mit auf seine Anregung die „Lehrervereinigung zur Pflege der künstlerischen Bildung“ gegründet, deren eigentliche Seele Carl Götze wurde. Mit diesem Kreis gab Loewenberg die erste moderne Anthologie heraus „Vom goldenen Ueberfluß“, die eine große kunstpädagogische Tat war. Der Hamburger Lehrerschaft blieb er treu, bis zu seinem Tode gehörte er der Lehrerkammer an, die aus Wahlen hervorgeht. Einige Jahre vorher — 1892 — war unter seiner Mitwirkung, eigentlich auch auf seine Anregung hin die Literarische Gesellschaft*) gegründet worden. Hier wurden die Kämpfe um den Naturalismus geschlagen, hier kämpften Liliencron, Otto Ernst und Loewenberg um den neuen Sturm und Drang. Und Hamburg, die Handelsstadt der „Krämer und Pfeffersäcke“, wurde geistig lebendig, wurde eine Führerin im literarischen Leben Deutschlands. *) Vgl. Leon Goldschmidt, Die Literarische Gesellschaft zu Hamburg. 1901. 122