Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 29 (1931)
- Article
- Jakob Loewenberg
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 121 (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/3111067-3111124-3118690--7308-3118841- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
lerinnen als erste Klasse in die Kunsthalle, Otto Ernst las plattdeutsche Märchen und Gedichte, Dr. Spanier sorgte für künstlerischen Wandschmuck, Scharrelmann fand — aus Bremen vertrieben — hier die erste Zuflucht, Wilhelm Lamszus schrieb vor langen Jahren nach einer Hospitation bei Loewenberg: „Und hier wurde es uns klar, worin der Zauber seiner Persönlichkeit bestand. Es war die hohe Sachlichkeit, die jeder Pose, auch der pädagogischen, abhold, nichts als ein Mensch unter Menschen sein will. Sie allein vermag Menschen zu ziehen. In seiner lange nicht genug gewürdigten Abhandlung „Wie ich Dramen lese“ (Aus der Welt des Kindes) hat Loewenberg seinen neuen Weg beschrieben. Wer ihn des weiteren als Erzieher kennen lernen will, lese seine „Geheime Miterzieher“. Hier redet der Lehrer zu den Eltern seiner Kinder. Und wieder ist es jener freie, sachliche Geist, der bereit ist, hinter die Dinge zurückzutreten. Es ist der Geist der didaktischen Stille, nicht jener lässigen Stille der Tatenunlust, sondern jener Stille des Wachstums, der Fruchtreife. ... So erscheint Loewenberg der Jude als ein Teil von jener Kraft, die, wie das Alte Testament erzählt, im Wehen des Windes war: ein Erzieher zum Menschentum, ein Humanist im besten Sinne des Wortes.“ (Pädagog. Reform 40, 16.) Aber die Schule genügte seinem pädagogischen Wirken nicht. Nur kurze Zeit — im Wahlkampf 121