Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 29 (1931)
- Article
- Jakob Loewenberg
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 120 (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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„Lehrer sein ist kein Handwerk, es ist eine schwere Kunst“. Er konnte streng sein, aber nie ungütig. Auch hier half ihm seine Gabe, in jedem Menschen das Gute zu suchen und zu sehen. Das hat ihm in wirtschaftlicher Beziehung manche Enttäuschung gebracht. Dieser Teil seiner Tätigkeit war ihm drückend und vergällte ihm manche Stunde. „Geschäft! Geschäft! Das klingt mir nun fortwährend in den Ohren. Die Schule ein Geschäft. Und ich habe keine Spur vom Geschäftsmann in mir, keine Spur. Muß ichs doch werden, auch wenn es mich noch so sehr anekelt?“ So schrieb Loewenberg 1892. Er ist es nie geworden. Kam auch der Erfolg, nie wich die Sorge von ihm. Vieles von dem, was die moderne Schule heute verwirklicht, hat Loewenberg vor Jahrzehnten durchgeführt. „Als er die Schule übernahm“, schrieb Georg Glasen in der Hamburger Lehrerzeitung VIII, 153, „ward sie bald eine Freistätte für den fortschrittlichen pädagogischen Versuch. Und ist es geblieben, ein Vorbild für uns alle, die wir bis zum Kriege vergebens kämpften für die Freiheit des Versuchs auch in der staatlichen Schule... Er stellte eine innige Verbindung zwischen Schule und Elternhaus, zwischen Erziehern und Schülern her ... Ein Schulleiter mit so offenem Blick für das lebendig Neue, wußte natürlich auch um den Wert der freien Lehrerpersönlichkeit, und so zog er fortschrittlich gesinnte Lehrer in sein Kollegium.“ Alfred Lichtwark führte seine Schü- 120