Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 29 (1931)
- Article
- Jakob Loewenberg
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 118 (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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Loewenberg hatte sie oft gebeten, ihre Kindheitserinnerungen aufzuschreiben. Noch heute ist die Achtzigjährige eine Erzählerin seltener Art, Sie brachte in den Roman die Geschichte von der Niederlassung ihrer Großeltern (S, 236), die die ersten in Siegen ansässigen Juden waren, und manches aus dem Kriegskapitel, Nicht der Wirklichkeit entsprechen Reifeprüfung, Probejahr, Zurückberufung aus England, die Schulratsszene und die Schilderung vom Tod der Mutter,*) II, Mit der Uebersiedlung nach Hamburg fängt eine neue Epoche im Leben Loewenbergs an. Die Lehr- und Wanderjahre waren vorüber. In Hamburg fand er den Kreis, in dem er wirken konnte, in dem er sich als Lehrer und Dichter, als Deutscher und Jude voll auswirken konnte. Ostern 1892 hatte Loewenberg die Höhere Mädchenschule von Dr. M. Katzenstein übernommen. Es war ihm schwer geworden, sich von seinen Jungen zu lösen. Im ersten Halbjahr gab er jeden Morgen noch zwei Stunden in der alten Schule. „Wie mich die Jungen umstürmen, wenn ich des Morgens auf den Spielplatz komme. Händedruck und frohes Augenleuchten.“ (10. Mai 92.) *) Kurz vor ihrem Tode (1888) besuchte die Mutter Loewenberg in Hamburg, und er fuhr mit ihr nach Norderney (Am Meer, Kämpfen und Bauen, 82). Il8