Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 29 (1931)
- Article
- Jakob Loewenberg
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 116 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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zunächst als Helfer einer Desinfektionskolonne, dann als Schriftführer eines Hilfskomitees tätig. Die Erinnerungen aus dieser Zeit finden sich in den „Zwei Quellen1* und in der Novelle „Moje“ (Stille Helden). Die Erzählung „Aus Gängen und Höfen**, die das tiefe soziale Mitgefühl Loewenbergs zeigt, war schon im Druck, als die Cholera ausbrach. Um das Leben der Gänge und Höfe kennenzulernen — es ist die einzige rein naturalistische Erzählung Loewenbergs — wohnte er eine Zeitlang direkt am Hafen. Nach Hamburg kommt auch Moses Lennhausen, der Held in Loewenbergs Lebensroman „Aus zwei Quellen“. Aber es ist erst im Cholerajahr, Lennhausen stirbt als Helfer im Kampf gegen die Seuche. Freunde und Kritiker haben es Loewenberg verdacht, daß er den Kampf des deutschen Juden zur Harmonie seines Seins, zur Anerkennung seines Wirkens nicht zu Ende führte wie in der Wirklichkeit. Als Loewenberg einmal von solcher Meinung hörte, schrieb er: „Wünschte er nur, wie der gewöhnliche Leser, daß sie „sich kriegen“ oder wollte er eine andere Entwicklung, ähnlich wie sie das Leben gegeben? Das wäre ja auch möglich gewesen, ein Sichdurchbeißen, Sichdurchsetzen. Aber was hätte Moses Lennhausen noch mehr werden können, als was er geworden? Wodurch sein Wesen besser bestätigen können als durch sein letztes Tun? Und noch eins: Der Entschluß zu dem 116