Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 29 (1931)
- Article
- Jakob Loewenberg
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 114 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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junge Glück seiner Tochter. So erfüllte sich sein Lied, das er in glücklicher Stunde gesungen: Und lächelnd sprech ich noch im Sterben: Ich war zu Heidelberg Student. In Heidelberg promovierte Loewenberg mit einer Arbeit „Ueber Otways und Schillers Don Carlos“. Er hatte das Thema selbst gewählt, in 10 Wochen die Arbeit niedergeschrieben. Am Ende seines dritten Semesters ging er ins Doktorexamen. 16 Stunden hatte er jeden Tag gebüffelt, davon 5 Stunden Latein. Das Latinum ging gut, er fühlte sich sicher, stolperte aber dann über ,,ein paar seitwärts liegende Fragen“. Offenbar waren die Prüfenden — Karl Bartsch und der Dekan — auf die Lücken des unvorschriftsmäßig vorgebildeten Autodidakten gestoßen. „Und dann nach einer Pause von 6 Wochen warf ich Französisch ganz über Bord, nahm als Hauptfach Englisch mit Angelsächsisch und machte nach 4 Monaten Mitte des 4. Semesters den Doktor mit insigni cum laude.“ (An R. L. 20. 7. 19.) Eine Möglichkeit, das Staatsexamen pro fac. doc. zu machen, gab es für ihn nicht. Alle Gesuche wurden ihm, der nun ein Halbdutzend Prüfungen gemacht hatte, abgeschlagen. So mußte er eine Stellung suchen. Monatelang kam jede Bewerbung zurück. Volksschulen, Mittelschulen, niemand konnte ihn gebrauchen. Da fuhr er nach Hamburg auf Anregung eines Heidelberger Freundes, Leon Goldschmidt, der in Hamburg als Buchändler lebte. 14