Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 29 (1931)
- Article
- Jakob Loewenberg
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 108 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Nun ist der liebe Mann aus der Zeitlichkeit geschieden. Ich werde seiner stets eingedenk sein, denn es gab nur einen Jakob Loewenberg.“ So schrieb der alte Rektor, dem Loewenberg vor 55 Jahren Turnstunden gegeben hatte. Oktober 1875 ging Loewenberg als Religionslehrer nach Rendsburg. Manchen Schüler traf er später in Hamburg wieder.2) Nach einem Jahr kam er dann wieder in die Heimat nach Geseke (Kreis Lippstadt). Dorthin war die Mutter mit dem fünf Jahre älteren Bruder Sally nach dem Tode des Vaters (3. 9. 76) gezogen. So war er wieder im Hause. Außer dem Bruder waren noch zwei Schwestern im Hause. Sophie, die bald heiratete und später in Hamburg wohnte — und Julie, Loewenbergs Lieblingsschwester. Sie war die einzige in der Familie, die den Dichter in ihm verstand. Sie freute sich an seinen Versen, sprach mit ihm über die Bücher, über seine Arbeit. 1881 starb sie einunddreißigjährig. Am fünften Jahrzeitstage schrieb er sich zur Erinnerung die letzten Tage ihres Lebens auf, und zehn Jahre später fügte er hinzu: „10 Jahre allein.“ Ihr gelten die Gedichte „Meiner Schwester“ im ersten Gedichtband. Der Bruder Sally sorgte väterlich für ihn. Eine stille verschlossene Natur, die nicht viel Wesens von sich machte. Er blieb der einfach bescheidene Mann, auch als sein Geschäft eins der angesehen- 2) Vergl. Jahrb. f. d. jüd. Gern. Schleswig-Holst. 1929 S. 150. 108