Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 29 (1931)
- Article
- Jakob Loewenberg
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 107 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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nach Loewenbergs Tod an den Central - Verein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens schrieb. „Ich mochte etwa 12 Jahre alt sein, da kam in mein Heimatdorf Padberg, Kreis Brilon, ein junger, frischer Lehrer. Die pädagogische Begabung, der unermüdliche Fleiß, die vorbildliche Pflichttreue des neuen Jugendbildners errangen sich Ruf und Anerkennung weit über die Grenzen des Dorfes hinaus. Von fernher sandten jüdische Eltern ihre Kinder in die Musterschule Loewenbergs. Noch mehr imponierte das innere Schulleben, das geradezu der Zeit vorgeeilt war. Dieser Umstand trug dazu bei, Loewenberg Unterrichtsaushilfe in der zweiklassigen Volksschule zu übertragen. Vor allem war er der alleinige Turnlehrer. Wir ehrten und liebten den Fachlehrer und waren stolz, so vorteilhaft gefördert zu werden. Loewenberg erfreute sich in dem überwiegend katholischen Dorfe einer seltenen Achtung, denn er war trotz seiner Jugend ein Mensch von rühmenswerter Freundlichkeit. Mir schwebt vor allem noch in Erinnerung das glänzende Urteil, das der Ortsgeistliche, Kaplan Reveling, über ihn abgab: Der jüdische Lehrer ist ein Mustermensch. Wöchentlich an mehreren Tagen suchte er den genannten Seelsorger auf und bildete sich in den Sprachen (Latein und Französisch) aus. Nur wenige Jahre blieb Loewenberg im sauerländischen Dörflein. Das Dorf bedauerte seinen Abschied. 107