Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 29 (1931)
- Article
- Jakob Loewenberg
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 105 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Stimme gab ihm Halt und Zuversicht. Die Neigung zur Kunst kam auch aus der mütterlichen Familie, ein Vetter und Jugendgespiele, Alfred (Abraham) Rose, wurde ein bekannter Musiker und Klavierpädagoge. Als die jüdische Volksschule eingegangen war, weil der reichste Mann in der Gemeinde lieber eine Gouvernante für seine Kinder wollte, kam er in die katholische Schule. Das Fräulein aber gab am freien Mittwochnachmittag Religionsstunden. Diese Stunden begeisterten. Die Stimme ,,so machtvoll und so warm drang uns ins Herz“ (C.-V. Zeitg. 5. 3. 1926). Später kam Loewenberg in die jüdische Volksschule in Salzkotten. Durch Felder und Busch führte der Weg, anderthalb Stunden morgens und abends. Er verkürzte sich die Zeit mit Aufsagen von Gedichten, die ihm zu Wegemaßen wurden. Die Lebensgeschichte seines Lehrers H. Meyer, die dieser seinen Kindern und Freunden aufgeschrieben, gestaltete Loewenberg in der ,,Geographiestunde“ (Der gelbe Fleck). Dieser Lehrer war mitbestimmend auf seinen Weg. Lehrer wollte Loewenberg immer werden. ,,Es ist mir in meinen Werdejahren nie in den Sinn gekommen, daß ich mich überhaupt zu etwas anderem auswachsen könnte.“ Mit 14 Jahren — es war im Kriegsjahr 1870 — kam Loewenberg auf das Seminar der Marks- Haindorffschen Stiftung in Münster. Hier lebte er im Internat und zum ersten Mal in der Stadt. Mit 105