Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 29 (1931)
- Article
- Jakob Loewenberg
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 104 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Er sprach selten, war streng gegen sich und andere. Die kleine Gemeinde hatte ihn zu ihrem Vorsteher gewählt. Die ganze Woche hindurch zog er „gebückt am Stock, bepackt mit schwerem Bündel“ über Land. Am Freitagnachmittag kam er nach Hause zu „Licht und Freude der Sabbathruh“. „Wie hat er gearbeitet, gekämpft um das Stückchen Brot für sich und seine zahlreiche Familie! Wie war die Mutter froh, wenn er ein paar Taler verdient hatte. Als ich das letzte Mal vom Hause fortging, nachdem ich die Stelle in Geseke angenommen, wieder nach Rendsburg fuhr, weinte er. Ich sah ihn erst auf dem Totenbett wieder. Er starb an Altersschwäche und war noch kaum 70 Jahre alt. An Altersschwäche — an Arbeit und Sorgenlast.“ (Tg. 24. 8. 1926.) Von seinen Großeltern wußte Loewenberg nichts, er glaubte, daß der Großvater aus Süddeutschland eingewandert sei und daß der Name von einem dortigen Ort genommen wäre. Jakob Loewenberg verband innerlich mehr mit seiner Mutter Frieda, geb. Rose, deren Familie aus Pömbsen/Westfalen stammte. Auch äußerlich war er ihr ähnlich. Als Jüngster stand er ihrem Herzen besonders nah, zusammen feierten sie den Geburtstag. „Wie er auch fiel, in jedem Jahr Palmsonntag der Mutter Geburtstag war.“ Von ihr hatte er das tiefe Gefühl und den imzerstörbaren Glauben an das Gute, den stillen Frohsinn und den Hang zum Schönen. Der Klang ihrer 104