Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 29 (1931)
- Article
- Lassalle, Arnold Mendelssohn und Joseph Mendelssohn
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 88 (sequence 33)
- Language
- German
- Belongs to
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heim18} herkommt. — Erwäge nun, daß ich doch Bücher etc. brauche, auch [mich] anständig kleiden muß, und wenn sich auch das Brauchen nach dem Haben richten soll, gewisse für meine gesellschaftliche Stellung unumgänglich nötige Ausgaben habe, und Du wirst mir eingestehen, daß ich recht habe, mich, da fast mein einziges Einkommen der Mittagstisch ist, mich einen homme de rien zu nennen. — Also ich habe nicht wenig, sondern zu wenig, nicht nicht viel, sondern soviel als Nichts. Nun aber kommt Dein eigentlicher Irrtum, das Eigentliche, was Du vergissest. Ich habe oben gezeigt, wie beide Wege, die überhaupt nur möglich sind, der als Assistenzarzt und der andere kürzere, gewinnbringendere und tüchtigere, zu dem ich mich grade befähigt fühle und den ich eingeschlagen, wie also beide mir für den Augenblick kein Geld, kein Einkommen eintragen. Beide sind Saaten vergleichbar, deren Ernte bei dem einen — als Assistent — in eine fernere, bei dem andern in eine gewissere und nähere Zukunft fällt, — für den Augenblick, ich wiederhole es, liefern mir beide nichts. Es gibt also in meiner ganzen Sphäre als Arzt keinen Weg, keine Möglichkeit, mir für jetzt, für die nächste Gegenwart Geld zu verschaffen. Denn welchen andern Weg gebe es als jene zwei? Ich kann mir doch keine Kranken 10) Bruder Arnold Mendelssohns. 88