Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 29 (1931)
- Article
- Lassalle, Arnold Mendelssohn und Joseph Mendelssohn
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 65 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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ihm auch sein Zimmer zu möblieren; er aber habe dies ausgeschlagen. Er wolle zu seinem Freunde, dem er schon so viel für sein Innenleben verdanke, nicht ,,in das Verhältnis äußerer Abhängigkeit treten“. Das würde sein Selbstbewußtsein drücken; sein Verhältnis zu Lassalle werde gestört werden ,,durch dies Bewußtsein meiner totalen Unselbständigkeit ihm gegenüber“, — Könne er sein Anerbieten daher nicht annehmen, so komme andrerseits auch eine Wohnungstrennung zwischen ihm und Lassalle nicht in Frage, da er dadurch in seinen philosophischen Studien zu sehr zurückgeworfen werde, „Ich befinde mich also in der unangenehmen Lage, zwischen zwei Fällen zu stehen, welche beide, gleich schlimm, für mich innre Unmöglichkeiten sind. Diese beiden Klippen zu umschiffen, dieser Szylla und Charibdis zu gleicher Z[eit] auszuweichen, wird mir durch Deine Hilfe möglich sein.“ Der Brief — von hier an ungedruckt — fährt nun wörtlich fort: Meine Bitte und Verlangen an Dich geht also dahin, mir die Summe von 250—300 Thalern vorzustrecken, Ich sage „vorstrecken“, nicht als ob ich dadurch eine desto sichere Gewährung meiner Bitte von Dir erzielen wollte und als ob ich nicht wüßte, daß Du eben so bereitwillig wärest, mir eine derartige Summe auch ohne Rücksicht auf einstige Rückerstattung zu geben; fern sei es mir, etwas Derartiges, wenn man so sagen soll 65