Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 29 (1931)
- Article
- Lassalle, Arnold Mendelssohn und Joseph Mendelssohn
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 66 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/3111067-3111124-3118689--7252-3118786- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Beleidigendes, ein solches Mißtrauen, das durch die Entgegensetzung und Vorhaltung Deiner steten bisherigen Güte sofort beschämt werden würde, in dies Wort hineinzulegen; es soll nichts, als, was Du bei Deiner Art zu denken sicher leicht verzeihen wirst, meine Selbstständigkeit salvieren und den Schein verbannen, als ob ich mich in mir selbst noch schwach genug fühlte, auf Beschenkungen Anspruch zu machen. In der Tat erwarte ich sehnlichst die Zeit, wo ich Dir diese Summe mit einem Zins von Dank zurückerstatte, der für Dich, wie ich weiß, das Kapital reichlich aufwiegen soll. Wie groß aber der Dank und die Verpflichtung ist, die Du mir durch Gewährung meiner Bitte auferlegst, darüber will ich mich jetzt nicht verbreiten. Die einfache Betrachtung dessen, was Du mir möglich machst und welcher Kollision Du mich entreißest, möge es Dir lautredend sagen. Ich habe Dir einen langen, sehr langen Brief geschrieben, weit länger als es nötig war, wenn ich eben nichts als die dürre Gewährung meiner Bitte gewollt hätte. Indes denke ich von mir selbst und dem Interesse, das Du an mir nimmst, nicht gering genug, um glauben zu können, daß ich Dich durch die Länge dieses meines Briefes etwa belästigt hätte. Ich glaube also auch die gewöhnlichen Redensarten und Entschuldigungen der langen Belästigung, die man verursacht, nicht nötig zu haben. In der Tat aber hätte ich mich kürzer gefaßt, wenn ich nicht noch das Bedürfnis 66